Materialien-ABC der Fensterbänke – der große Ratgeber für innen & außen
Fensterbänke sind so ein klassischer „Nebenbei-Punkt“ in der Planung. Man klickt im Angebot schnell durch: „Ja, passt schon, nehmen wir halt Standard weiß.“ Und genau dort passieren später die Dinge, über die man sich jedes Mal ärgert, wenn man am Fenster vorbeigeht: Es „trommelt“ bei Regen, die Blumen hinterlassen Ränder, Holz quillt oder der Naturstein ist ständig eiskalt.
In diesem Ratgeber gehen wir das Thema einmal in Ruhe durch – von innen nach außen. Welche Materialien gibt es überhaupt? Wo liegen die Unterschiede? Und worauf sollten Sie dann achten, damit Ihre Fensterbank nicht nur schön aussieht, sondern auch praktisch und langlebig ist.
Inhaltsverzeichnis
Bevor wir ins Material-ABC einsteigen, kurz der Blick aufs Ganze. Eine Fensterbank soll:
Und: Innen- und Außenbank sind keine zufälligen Einzelteile. Im Idealfall sind sie Teil eines sauberen Fensteranschlusses nach ÖNORM (Dichtheit, Dämmung, Tropfkante), damit Ihnen die beste Verglasung bzw. der beste Fensterrahmen nicht an der Fuge wieder „verloren geht“.
Holzfensterbänke passen wunderbar zu gemütlichen Wohnräumen, Landhausstil oder sichtbaren Holzfenstern. Sie fühlen sich warm an, lassen sich gut auf Möbel und Boden abstimmen und wirken einfach „wohnlich“.
Welche Nachteile hat Holz als Material für Fensterbänke?
Holz ist dann sinnvoll, wenn Sie:
Hier sprechen wir von Pressplatten mit Dekoroberfläche – also z. B. „weiße Fensterbank mit abgerundeter Kante“.
Vorteile:
Zu beachten:
Gute Lösung, wenn Sie:
Was ist Gussmarmor?
Gussmarmor ist ein Kunststein: eine Mischung aus mineralischen Bestandteilen (z. B. Marmormehl) und Harz, die in Formen gegossen und anschließend geschliffen wird. Er wirkt „steinig“, ist aber homogener als Naturstein.
Vorteile:
Nachteile:
Gussmarmor ist ideal, wenn Sie eine ruhige, pflegeleichte Innenbank wollen, die nicht sofort jeden Kratzer übelnimmt und in vielen Dekoren zum Haus passt.
Naturstein wirkt hochwertig – keine Frage. Marmorbänke kennt man klassisch aus Altbauten, Granit und andere Hartgesteine eher aus modernen Häusern.
Vorteile:
Nachteile:
Welche Dicke sollte eine Fensterbank haben?
Naturstein macht Sinn, wenn Sie ein langlebiges, wertiges Material wollen und sich mit dem jeweiligen Stein (Pflege, Empfindlichkeit) auseinandersetzen.
Immer öfter werden auch Keramikplatten oder Feinsteinzeug als Fensterbankmaterial genutzt – vor allem, wenn ohnehin Fliesen oder großformatige Platten im Haus sind.
Vorteile:
Nachteile:
Spannend, wenn Sie einen durchgehenden Look mit Boden oder Wand wollen oder eine sehr moderne, reduzierte Optik suchen.
Reine Kunststoff-Innenbänke sind eher selten geworden. Sie sind zwar leicht und günstig, wirken aber oft weniger wertig und sind empfindlich gegenüber Kratzern und UV-Licht. In Technikräumen, Kellern oder Nebenräumen können sie trotzdem eine pragmatische Lösung sein.
Außen geht es in erster Linie um Wasserdichtheit, Robustheit und Geräuschverhalten.
Der absolute Klassiker.
Vorteile:
Thema „Regenlärm“:
Alubänke können bei starkem Regen „trommeln“. Abhilfe schaffen:
Alu ist ideal, wenn die Bank optisch zum Fenster passen und technisch sauber in ein modernes System integriert werden soll.
Naturstein außen wirkt sehr wertig und passt gut zu Massivhäusern, Natursteinsockeln oder klassischen Fassaden.
Wichtig:
Hier spielt die Arbeit des Steinmetzes bzw. des Fenstermonteurs eine große Rolle – eine schöne Platte allein löst nämlich kein Problem, wenn die Fuge dahinter offen ist und zudem nicht ordentlich ausgeführt ist.
Manchmal werden auch Blechabdeckungen eingesetzt – etwa bei besonderen Anschlüssen, Sanierungen oder aber bei bestimmten Fassadentypen.
Vorteile: individuell abkantbar, optisch gut anpassbar.
Nachteile: ähnliche Themen wie bei Alu – Geräusch, ggf. Korrosion, wenn nicht sauber geplant. Beschädigungen sind zudem auch leichter sichtbar, da Bleche meist etwas dünner sind als die Aluminiumfenstserbänke.
Gerade bei speziellen Fassadenaufbauten oder im Objektbau kommen auch Betonelemente, Faserzementplatten oder Sonderlösungen zum Einsatz. Diese sind eher ein Planungsthema und weniger „Standardprodukt zum Anklicken“.
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Ob Holzbank mit Blumen, Gussmarmor in der Küche oder Alubank außen im Fensterton – die richtige Wahl hängt von Ihrem Haus, Ihrer Nutzung und Ihrem Putz- & Pflegeprofil ab. Wenn Sie sich vorher kurz überlegen, was die Fensterbank im Alltag aushalten muss, und zusammen mit dem Fensterbauer Innen- und Außenlösung als System planen, ersparen Sie sich viele kleine Ärgernisse.
Und wenn Sie unsicher sind, ob es eher Naturstein, Gussmarmor, Holz oder Alu sein soll: Muster in die Hand nehmen, an die echte Situation halten, kurz darüber schlafen – dann trifft man meist die Entscheidung, mit der man viele Jahre gerne am Fenster sitzt.
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