Fenster nachträglich einbauen ist in vielen Bestandsgebäuden möglich. Wir zeigen Ihnen, wie der Mauerausbruch abläuft, was es kostet und worauf Sie bei Statik, Sturz und Montage achten müssen.
Zuletzt aktualisiert am 13. April 2026 von Florian Schmidinger
Sie wollen ein Fenster nachträglich einbauen, wo bisher nur Mauerwerk steht? In Ziegel-, Beton- und Mischwänden ist das in den meisten Fällen möglich, wenn die Statik mitspielt und der Sturz richtig gesetzt wird. Wir öffnen die Wand, setzen den Überleger, montieren das Fenster nach ÖNORM B 5320 und bringen Laibung und Fassade wieder in Form. Das ganze Projekt dauert in der Regel zwei bis drei Tage und kostet je nach Aufwand zwischen 2.000 und 5.000 €.
Bei Fenster-Schmidinger in Gramastetten setzen wir solche Projekte regelmäßig in Oberösterreich um. Vom Reihenhaus in Linz-Urfahr, das im Stiegenhaus mehr Tageslicht bekommen soll, bis zum Bauernhaus im Mühlviertel, wo eine dunkle Speisekammer endlich ein Fenster bekommt. Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen alle Schritte, die für ein nachträglich eingebautes Fenster nötig sind.
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Inhaltsverzeichnis
Es gibt mehrere typische Situationen, in denen Hausbesitzer bei uns anfragen. Die häufigste ist der dunkle Raum, der einfach mehr Tageslicht braucht. Stiegenhäuser ohne Fenster, Speisekammern, Vorräume oder Kellerräume sind klassische Fälle. Ein nachträglich eingebautes Fenster verändert die Atmosphäre solcher Räume oft komplett, weil sich die wahrgenommene Größe verdoppelt und die Lüftungssituation deutlich besser wird.
Eine zweite typische Anfrage kommt von Hausbesitzern, die einen besseren Ausblick wollen. Wer in den 1970ern oder 1980ern gebaut hat, dem haben Architekten oft kleine Fensterbänder verordnet, weil das damals modern war. Heute will man große Glasflächen mit Blick in den Garten. Auch hier ist das nachträgliche Einbauen eine Option, wenn das bestehende Fenster zu klein ist und die Wand drumherum mit ausgebrochen werden kann.
Drittens gibt es den klassischen Umbau, bei dem ein Wohnzimmer um eine Terrasse erweitert wird. Hier wird das alte Brüstungsmauerwerk entfernt und an seine Stelle eine bodentiefe Hebe-Schiebetür oder ein großes Fixglas-Element gesetzt. Mehr zu diesem speziellen Thema finden Sie auf unserer Seite Balkontür anstatt Fenster machen.

Wer ein Fenster nachträglich einbauen lässt, schafft mehr Tageslicht und eine deutlich höhere Lebensqualität in bisher dunklen Räumen. In Ziegelwänden ist der Mauerausbruch in den meisten Fällen problemlos möglich, wenn ein Statiker das Vorhaben freigibt.
Bevor wir mit dem Mauerausbruch starten, müssen vier Punkte geklärt sein. Diese Reihenfolge sollten Sie ernst nehmen, weil jeder einzelne Punkt das ganze Projekt zum Stoppen bringen kann.
Erstens, die Statik. Ein Statiker prüft, ob die geplante Öffnung in Ihrer Wand statisch machbar ist. Bei tragenden Außenwänden ist das fast immer mit einem Sturz möglich, der die Lasten oberhalb der neuen Öffnung abfängt. In nicht tragenden Innenwänden ist das einfacher, in Stahlbetonwänden aufwändiger und teurer. Die Statiker-Prüfung kostet meist zwischen 200 und 600 €, je nach Komplexität.
Zweitens, die Genehmigung. In den meisten Gemeinden in Oberösterreich ist eine Fassadenänderung anzeigepflichtig. Wenn Sie an der Straßenseite ein neues Fenster einbauen oder die Optik der Fassade deutlich verändern, sollten Sie vorab beim örtlichen Bauamt anfragen. Das dauert meist nur einen Anruf und erspart Ihnen später Diskussionen mit dem Nachbarn oder der Behörde. Bei denkmalgeschützten Häusern ist eine separate Genehmigung Pflicht.
Drittens, die Bauphysik. Eine neue Fensteröffnung schafft potentielle Wärmebrücken an der Laibung. Wer hier nicht sauber dämmt, riskiert Kondenswasser und langfristig Schimmelbildung. Bei Außenwänden mit Vollwärmeschutz muss die Dämmung an die neue Öffnung angepasst werden. Das ist Standard, sollte aber von Anfang an mit eingeplant sein.
Viertens, die Leitungen. Bevor wir die Wand öffnen, prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, ob im geplanten Ausbruchsbereich Stromleitungen, Heizungsrohre oder Wasserleitungen verlaufen. Wer hier blindlings drauflos stemmt, hat schnell einen teuren Schaden. Ein Elektriker sollte vor Beginn der Arbeiten verdächtige Bereiche mit dem Leitungssucher abscannen.
Wenn alle Voraussetzungen geklärt sind, starten wir mit dem eigentlichen Bauvorhaben. Der typische Ablauf für ein nachträglich eingebautes Fenster sieht in der Praxis so aus.
Am ersten Tag wird die Wand geöffnet und der Sturz gesetzt. Bei Ziegelmauerwerk geht das mit Stemmhammer und Diamantsäge relativ zügig. Bei Stahlbeton brauchen wir eine Kernbohrmaschine, was mehr Zeit und Kosten bedeutet. Sobald die Öffnung steht, wird der Überleger eingesetzt und das Mauerwerk darüber wieder stabilisiert. Die Öffnung wird bis zur Fenstermontage am nächsten Tag mit einer provisorischen Holzvertäfelung gegen Wetter und Einbruch gesichert.
Am zweiten Tag erfolgt die Fenstermontage nach ÖNORM B 5320. Unsere Monteure setzen das Fenster mit drei Abdichtungsebenen ein. Innen luftdicht, mittig wärmegedämmt, außen schlagregendicht und diffusionsoffen. Außerdem werden die Innen- und Außenfensterbank gesetzt sowie eventuell vorgesehener Sonnenschutz montiert. Mehr Details zur normgerechten Montage finden Sie auf unserer Seite ÖNORM B 5320 Montage.
Am dritten Tag folgen die Verputz- und Malerarbeiten. Die Laibung wird verputzt, die Fassade rund um die neue Öffnung wieder hergestellt und gegebenenfalls der Vollwärmeschutz an der Außenseite ergänzt. Innen werden die Wandflächen ausgebessert und gestrichen. Bei größeren Projekten oder bei nasser Witterung kann sich dieser Schritt um ein bis zwei Tage verlängern.
Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen. Wir geben Ihnen hier eine ehrliche Orientierung, weil wir wissen, wie schwer es ist, online verlässliche Zahlen zu finden.
Der Mauerausbruch und das Setzen des Sturzes kostet bei einer Standardöffnung von etwa 1,2 mal 1,4 Metern in Ziegelmauerwerk zwischen 800 und 1.500 €. Bei Stahlbetonwänden steigen die Kosten auf 2.000 € und mehr, weil hier mit Diamantbohrmaschinen gearbeitet werden muss.
Das Fenster selbst inklusive Montage liegt für ein modernes 3-fach-Verglasungsfenster im Bereich von 650 bis 1.200 €. Wer ein größeres Element oder eine Hebe-Schiebetür einbauen will, landet schnell bei 2.500 bis 4.500 €. Mehr zu den Preisen finden Sie auf der Seite Fenster Preise Österreich.
Die Verputz- und Fassadenarbeiten liegen bei 400 bis 1.200 €, je nachdem ob nur innen verputzt werden muss oder auch außen die Vollwärmeschutzfassade ausgebessert wird. Dazu kommt der Statiker mit 200 bis 600 € und eventuelle Elektrikerarbeiten für das Verlegen von Leitungen, falls Steckdosen oder ein motorischer Sonnenschutz mit eingebaut werden.
Wenn man alle Posten zusammenrechnet, landet ein nachträglich eingebautes Fenster in einem typischen Einfamilienhaus in Oberösterreich bei 2.000 bis 5.000 €. Bei größeren Elementen oder schwierigen Wandkonstruktionen kann es auch in den fünfstelligen Bereich gehen. Preise und Irrtümer vorbehalten, eine konkrete Kostenangabe geht erst nach einer Vor-Ort-Begutachtung.
Extra-Tipp
Schicken Sie uns ein Foto für die Erstkalkulation
Wenn Sie unsicher sind, ob sich Ihr Vorhaben rechnet, schicken Sie uns einfach ein Foto der bestehenden Wand mit den ungefähren Maßen für das gewünschte Fenster an office@fensterschmidinger.at. Wir schauen uns das Bild im Büro an und geben Ihnen innerhalb weniger Tage eine erste grobe Kostenschätzung. Das ist kein verbindliches Angebot, aber Sie wissen schnell, ob die Größenordnung in Ihren finanziellen Rahmen passt. Diese Vorabschätzung ist für Kunden in Oberösterreich kostenfrei. Erst wenn Sie wirklich weitermachen wollen, kommen wir für die genaue Aufnahme vor Ort.
Wir können Fenster ganzjährig einbauen. Der ideale Zeitraum sind aber Frühjahr und Herbst, weil die Temperaturen mild sind und weder Hitze noch Frost die Arbeiten behindern. Im Sommer ist die Montage zwar problemlos möglich, allerdings sind viele Handwerksbetriebe in der Urlaubszeit knapp besetzt, was zu Wartezeiten führen kann.
Im Winter geht es ebenfalls, allerdings mit einer Einschränkung. Bei extremen Minusgraden unter etwa minus 5 Grad reagieren bestimmte Dichtmaterialien wie Kompribänder und Acryl-Dichtmassen empfindlich. Wir verlegen solche Termine dann gerne um ein paar Tage, wenn das Wetter wieder mitspielt. Außerdem ist eine offene Wand bei Frost natürlich unangenehm, weil das Haus auskühlt. Wir sichern die Öffnung in solchen Fällen mit einer dichten Holzplatte und einer Zwischenfolie.
In der Praxis ist der April bis Oktober der beste Zeitraum für nachträgliche Fenstereinbauten in Oberösterreich. Wer früh plant, sichert sich auch leichter einen passenden Termin bei uns. Im Frühjahr sind die Auftragsbücher meist schon gut gefüllt.
In über 45 Jahren haben wir viele nachträgliche Fenstereinbauten umgesetzt. Drei Erfahrungen kommen immer wieder.
Erstens. Die meisten Kunden unterschätzen die Folgearbeiten rund um den eigentlichen Fenstereinbau. Verputz, Malerarbeit, eventuell ein neuer Bodenbelag, wenn das neue Fenster bodentief wird. Diese Posten machen oft 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten aus. Wer nur das Fenster selbst budgetiert, erlebt am Ende eine Überraschung.
Zweitens. Eine ehrliche Vor-Ort-Begutachtung spart viel Geld. Wir kommen vorbei, schauen uns die Wand an, klopfen ab, prüfen die Statik grob mit dem Statiker und sagen Ihnen offen, ob Ihr Vorhaben realistisch ist. Manchmal raten wir auch ab, weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Das ist ehrlicher als ein hübsches Angebot, das später am Bau scheitert.
Drittens. Die schönsten Ergebnisse sehen wir bei Kunden, die vor und nach Bildern von ihrem Raum machen. Was vorher ein dunkles Loch war, wird oft zum Lieblingsplatz im ganzen Haus. Diese Veränderung ist mit keinem anderen Umbau so deutlich zu erleben.
Wenn Sie ein konkretes Vorhaben haben, kommen Sie gerne in unseren Schauraum nach Gramastetten oder vereinbaren Sie einen Vor-Ort-Termin. Wir gehen die Punkte mit Ihnen durch und sagen Ihnen offen, was möglich ist und was nicht.
Es gibt einige Sonderfälle, die wir hier kurz ansprechen, weil sie immer wieder Thema sind.
Das Ersetzen von Glasbausteinen ist ein klassischer Fall, in dem eine bestehende milchige Glasbaustein-Wand durch ein modernes Fenster ersetzt wird. Das verbessert nicht nur die Optik, sondern auch die Wärmedämmung deutlich. Mehr dazu auf unserer Seite Glasbausteine ersetzen und Fenster einbauen.
Der nachträgliche Einbau einer Schiebetür auf einer bestehenden Terrasse ist ebenfalls möglich. Wir haben das in einem Mühlviertler Projekt umgesetzt, wo aus einer überdachten Terrasse ein Sommergarten wurde. Die ganze Geschichte zum Projekt finden Sie auf der Seite Terrassen-Schiebetür nachträglich einbauen.
Bei Fertighäusern aus den 1970ern und 1980ern sind nachträgliche Fenstereinbauten besonders heikel, weil die Wandkonstruktion oft nicht einfach geöffnet werden kann. Hier braucht es eine genaue Voruntersuchung. Mehr dazu finden Sie auf der Seite Fenstertausch bei Fertighaus.
Sie planen, ein Fenster nachträglich einbauen zu lassen, und wollen einen Anbieter, der das Projekt von A bis Z für Sie übernimmt? Dann melden Sie sich bei uns. Wir kümmern uns um die Begutachtung, die Statik-Anfrage, den Mauerausbruch, die Fenstermontage nach ÖNORM und die Verputzarbeiten. Sie haben einen Ansprechpartner für das gesamte Vorhaben.
Rufen Sie uns unter +43 7239 7031 an, schreiben Sie eine E-Mail an office@fensterschmidinger.at oder buchen Sie direkt einen Termin im Schauraum in Gramastetten. Wir betreuen Projekte in ganz Oberösterreich und in den angrenzenden Bezirken von Salzburg, Niederösterreich und der Steiermark. Bei einer Fahrtzeit über 1,5 Stunden ab Gramastetten prüfen wir Ihre Anfrage gerne individuell per E-Mail.
Fenster-Schmidinger. Über 45 Jahre Erfahrung im Fensterbau in Oberösterreich. Eigene Monteure ohne Subunternehmer, normgerechte Montage nach ÖNORM B 5320 und ehrliche Beratung von Anfang bis zum letzten Pinselstrich.
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