Nach dem Winter sind die Fenster besonders schmutzig, und wer sie selbst putzt, kennt das Ergebnis. Viel Arbeit, und trotzdem bleiben Streifen. Das liegt selten am Fleiß, sondern fast immer am Wasser, am Mittel oder am Zeitpunkt. Aus Montage und Service wissen wir, woran es bei streifigen Scheiben und stumpfen Rahmen meistens hängt. Hier lesen Sie, wie Profis Fenster putzen, warum destilliertes Wasser den Unterschied macht, welches Reinigungsmittel auf Glas, Kunststoff, Holz und Aluminium gehört und wie Sie feststehende Fenster und große Glasflächen von außen sauber bekommen.
Zuletzt aktualisiert am 17. September 2026 von Florian Schmidinger
✎ Fenster richtig reinigen, so bleibt der Durchblick dauerhaft klar
Inhaltsverzeichnis
Entscheidend sind nicht nur das Reinigungsmittel, sondern das Verhältnis von Mittel und Wasser sowie die Wassertemperatur. Zu viel Spülmittel verschmiert die Scheibe, zu heißes Wasser trocknet zu schnell an. Profis arbeiten mit lauwarmem Wasser und nur wenigen Tropfen Mittel, waschen die Scheibe mit einem Einwascher oder Schwamm ein und ziehen sie mit dem Abzieher in Bahnen ab. Den Rand wischen sie zum Schluss mit einem trockenen Tuch nach. Das größte Problem ist der Kalk im Leitungswasser. Er bleibt nach dem Trocknen als grauer Schleier zurück, deshalb setzen Gebäudereiniger auf entmineralisiertes Wasser, mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Der Fensterrahmen gehört genauso dazu. Kunststoff, Holz und Aluminium vertragen unterschiedliche Mittel, und ein falsches Mittel kann Rahmen und Dichtung dauerhaft beschädigen. Putzen Sie deshalb zuerst das Glas und danach die Profile, jeweils mit dem Mittel, das zum Material passt. Bei milden Temperaturen im Frühjahr und im Herbst gelingt das am besten, dazu unten mehr bei der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt.
Extra-Tipp
Reinigungsanleitung vorher lesen und milde Mittel verwenden!
Achten Sie beim Reinigen darauf, dass nicht jedes Mittel für jede Oberfläche geeignet ist. Nutzen Sie stets milde, spezielle Reiniger für Ihren Rahmen, ganz besonders, wenn er farbig oder beschichtet ist. Ein falsches Mittel könnte Farbe oder Oberfläche beschädigen und Ihre Fenster dauerhaft beeinträchtigen. Prüfen Sie bei Unsicherheit vorher an einer kleinen, unauffälligen Stelle, ob das Mittel geeignet ist. So haben Sie dauerhaft Freude an Ihren Fenstern!
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Ja, und zwar mehr als jedes teure Mittel. Leitungswasser enthält gelöste Mineralien, vor allem Kalk. Trocknet ein Tropfen auf der Scheibe, bleibt der Kalk als weißer Punkt oder grauer Schleier zurück. Genau das sind die Streifen, die trotz sauberem Tuch nicht verschwinden. Destilliertes oder demineralisiertes Wasser enthält keine Mineralien und trocknet rückstandsfrei ab. Gebäudereiniger arbeiten bei Glasfassaden deshalb mit Reinwasser aus der Osmoseanlage, das über Bürsten an Teleskopstangen aufgebracht wird und ohne Abziehen fleckenfrei trocknet.
Für zu Hause reicht die kleine Variante. Waschen Sie die Scheibe mit normalem Leitungswasser und wenigen Tropfen Spülmittel ein und ziehen Sie sie ab. Nur zum Nachspülen und für die letzten Schlieren nehmen Sie destilliertes Wasser aus der Sprühflasche. So kommen Sie mit einem 5-Liter-Kanister aus dem Baumarkt oder Supermarkt lange aus, er kostet rund 3 bis 5 €. Das Kondenswasser aus dem Wäschetrockner ist praktisch mineralfrei und tut es genauso. Regenwasser aus der Tonne ist zwar weich, aber selten sauber genug für Glas.
Wie stark sich Kalk bemerkbar macht, hängt von der Wasserhärte ab. Im Mühlviertel ist das Leitungswasser durch den Granit meist weich, im Zentralraum und im Alpenvorland deutlich härter. Wer nach dem Putzen regelmäßig Kalkschleier sieht, hat mit destilliertem Wasser beim Nachspülen das Problem gelöst. Ausschließlich mit destilliertem Wasser zu putzen bringt dagegen wenig, ohne etwas Spülmittel lösen sich Fett und Ruß auf der Scheibe schlecht.
Für das Glas braucht es kein spezielles Mittel. Ein paar Tropfen Spülmittel in lauwarmem Wasser lösen Staub, Fett und Fingerabdrücke, ein Glasreiniger aus dem Handel ist bequem, aber nicht besser. Bei den Rahmen wird die Wahl wichtiger, weil jedes Material andere Mittel verträgt. Die Tabelle zeigt, was wir aus der Praxis empfehlen und was auf keinen Fall an das Fenster gehört.
| Oberfläche | Geeignet | Nicht geeignet |
|---|---|---|
| Glas (Float, Isolierglas) | Lauwarmes Wasser mit wenigen Tropfen Spülmittel, handelsüblicher Glasreiniger, bei Kalk verdünnter Essig oder Zitronensäure, zum Nachspülen destilliertes Wasser | Scheuermittel, Rasierklingen und Metallschaber, Stahlwolle, Hochdruckreiniger auf den Glasrand |
| Satiniertes oder beschichtetes Glas | Wasser mit Spülmittel, weiches Tuch, jedes Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle testen | Essig und andere Säuren, Scheuermittel, Klingen, mehr dazu im Beitrag zur Reinigung von Satinato-Gläsern |
| Weiße Kunststoffprofile (PVC) | Milde Seifenlauge, Kunststoffreiniger oder Reinigungsmilch für PVC, danach mit klarem Wasser nachwischen | Nitroverdünnung, Aceton, Benzin, Scheuerpulver, grobe Stahlwolle, scharfe Gegenstände |
| Farbige und folierte Kunststoffprofile | Nur milde Seifenlauge und ein weiches Tuch, spezielle Reiniger für Dekorfolien | Scheuermilch, Lösungsmittel, Reiniger mit Schleifkörpern, Hochdruckreiniger |
| Holzfenster | Lauwarmes Wasser, gut ausgewrungenes weiches Tuch, ein- bis zweimal jährlich Pflegemittel für die Lasur | Scharfe Reiniger, viel Wasser, Dampfreiniger, Scheuerschwämme |
| Aluminiumprofile und Alu-Deckschalen | pH-neutraler Reiniger oder Seifenlauge, weiches Tuch, bei pulverbeschichteten Flächen Pflegemittel für Metallfassaden | Saure oder stark alkalische Reiniger, Scheuermittel, Stahlwolle |
| Dichtungen | Wasser, weiches Tuch, danach Dichtungspflege auf Silikonbasis | Öl, Fett, Lösungsmittel, Scheuermittel |
| Beschläge | Trocken abwischen, bewegliche Teile ein- bis zweimal jährlich mit säure- und harzfreiem Öl schmieren | Wasser im Beschlag, Kriechöl mit Harzanteil, aggressive Reiniger |
Lesen Sie vor dem Einsatz die Anleitung des jeweiligen Mittels und beachten Sie die Pflege- und Wartungsanweisung Ihres Fensterherstellers. Die Angaben sind Erfahrungswerte ohne Gewähr, weil wir die Verschmutzung an Ihrem Fenster nicht kennen. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, etwa an der Innenseite des Flügelfalzes.
Bei stark vergilbten weißen Kunststoffprofilen hilft die normale Reinigungsmilch nicht mehr. Wie unsere Servicetechniker solche Rahmen wieder hell bekommen, steht Schritt für Schritt im Beitrag vergilbte Fensterrahmen wieder weiß. Die Pflegeschritte für Dichtungen und Beschläge finden Sie im Ratgeber Fensterdichtungen pflegen.
Neue Kunststofffenster sind pflegeleicht und ohne großen Aufwand zu reinigen. Bei grobem Schmutz wie Staub, Ruß oder Pollen fegen Sie die Scheibe zuerst mit einem weichen Handbesen oder einem trockenen Tuch ab, sonst reiben Sie die Körner beim Waschen über das Glas und es entstehen feine Kratzer. Dann waschen Sie die Scheibe mit lauwarmem Wasser und ein paar Tropfen Spülmittel ein, von oben nach unten und in einer liegenden Acht, so bleibt keine Stelle aus. Überschüssiges Wasser ziehen Sie mit dem Abzieher in überlappenden Bahnen ab, die Gummilippe liegt dabei ganz auf der Scheibe auf. Den Rand und die letzten Tropfen nehmen Sie mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem Fensterleder. Verwenden Sie ein Tuch für innen und ein zweites für außen, sonst tragen Sie den Straßenstaub ständig hin und her.
Nach dem Glas kommen die Kunststoffprofile. Keine scharfen Gegenstände und keine Lösungsmittel, beides greift das PVC an und beschädigt die Oberfläche dauerhaft. Milde Seifenlauge, ein Kunststoffreiniger (Reinigungsmilch) oder Spülmittel in Wasser reichen aus. Wischen Sie die Falze und Entwässerungsöffnungen mit, dort sammelt sich der Schmutz. Wichtig ist, dass Sie die Rahmen mindestens zweimal im Jahr reinigen. Sonst lagern sich Blütenstaub und Industrieverschmutzung auf den weißen Profilen ab, das betrifft alle Marken, und die Sonne brennt die Rückstände mit der Zeit in die Oberfläche ein. Dann hilft normales Putzen nicht mehr, siehe oben bei den vergilbten Rahmen.
Holzfenster behandeln Sie anders als Kunststofffenster. Die Oberfläche reinigen Sie nur mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch. Wringen Sie das Tuch gut aus, damit kein Wasser in den Falz oder in die Ecken der Lasur läuft. Auf scharfe Reiniger und Scheuerschwämme verzichten Sie ganz. Kontrollieren Sie beim Putzen gleich die Lasur. Kleine Schäden, etwa an der Wetterschutzkante unten am Flügel, bessern Sie am besten sofort aus, bevor Wasser eindringt. Prüfen Sie die Oberfläche alle zwei Jahre und frischen Sie die Lasur je nach Bewitterung auf, an Süd- und Wetterseiten früher als bei geschützten Fenstern.
Fixverglasungen lassen sich nicht öffnen, und bei Glasfronten, Eckfenstern und Hebeschiebetüren ist die Außenseite im Obergeschoß oft nur mit Aufwand erreichbar. Vier Wege haben sich bewährt.
Bei Glasdächern von Wintergärten gelten eigene Regeln, weil das Glas nicht betreten werden darf. Wie Sie das Dach sicher sauber bekommen, steht im Beitrag Glasdach vom Wintergarten reinigen. Ab dem zweiten Obergeschoß und bei Fenstern über Vordächern oder in Hanglagen überlassen Sie die Außenseite besser einer Gebäudereinigung mit Hubsteiger, das kostet weniger als ein Sturz von der Leiter.
Wer neu baut oder Fenster tauscht, plant das Putzen am besten gleich mit. Ein Putzflügel neben einer großen Fixverglasung, ein Balkon oder ein befestigter Streifen vor der Glasfront erspart später jedes Mal die Leiter. Wir sprechen das bei der Planung an, weil die Frage nach dem Fensterputzen erfahrungsgemäß erst nach dem Einbau kommt.
Ein akkubetriebener Fenstersauger ersetzt den Abzieher. Sie waschen die Scheibe wie gewohnt ein und saugen das Wasser dann von oben nach unten ab, Tropfen und Schlieren bleiben keine. Wir empfehlen ihn vor allem für große Fensterflächen wie Balkontüren, Hebeschiebetüren und Faltwände, dort spart er spürbar Zeit. Bei Sprossenfenstern und kleinen Scheiben ist der klassische Abzieher schneller, weil der Sauger in den Ecken nicht hinkommt. Einfache Geräte gibt es ab rund 50 € im Fachhandel und im Baumarkt. Leihen Sie sich vor dem Kauf eines bei Bekannten aus und probieren Sie es an Ihren eigenen Fenstern, das Ergebnis hängt stark von der Scheibengröße ab.
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Wenn die Scheiben streifenfrei sind, lohnt der Blick auf Rahmen, Dichtungen und Beschläge. Mit einem milden Reiniger, Dichtungspflege und ein paar Tropfen Beschlagöl bleiben Fenster länger dicht und leichtgängig, und das spürt man im Alltag. Wir sagen Ihnen, was zu Ihrem Fenster passt (Kunststoff, Holz-Alu, Aluminium) und worauf Sie bei farbigen oder strukturierten Oberflächen achten sollten, ohne Experimente, die die Oberfläche angreifen.
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