Mittwoch früh, dreiviertel neun, ein Ehepaar aus Walding sitzt im Schauraum. Vor sich auf dem Tisch liegen drei Musterprofile. Anthrazit, Zementgrau, Blaugrau. Er möchte 7016. Sie nicht. Was sich am Ende durchsetzt, ist genau jener kühl-modernistische Ton, von dem die meisten anderen Bauherren auch reden, wenn sie „Fenster blaugrau“ googeln. RAL 7031.
So läuft das oft.
Architekten zeichnen 7031 gerne in Sichtbeton-Häuser ein. Manche Bauherren bringen das Musterprofil schon mit, andere stolpern erst bei uns drüber. Der Ton ist eigentlich Mittelgrau, hat aber so deutlich Blau drin, dass man fast schon von Stahlblau reden könnte. Wir liefern ihn pulverbeschichtet auf der Aluschale, unabhängig vom Material. Kunststoff-Alu, Holz-Alu, Vollalu, alles geht.
Und wer beim Googeln „Fenster blaugrau“ eintippt, der meint meistens genau diesen Ton.
✎ Das Wichtigste zu RAL 7031
Blaugrau ist ein gedecktes Mittelgrau mit starkem Blaustich, deutlich kühler als Anthrazit. Modern, klar, ein bisschen schneidig sogar. Architekten lieben den Ton, weil er weder kalt noch kitschig wirkt.
Drei Materialvarianten. Innen weißer Kunststoff plus Aluschale in 7031, oder Holz innen mit Alu außen, oder Vollalu in beide Richtungen. Die Aluschale wird im Werk pulverbeschichtet, eingebrannt bei rund zweihundert Grad.
Aufpreis ist normaler RAL-Standard. Bei Kunststoff-Alu rund fünfunddreißig bis fünfundvierzig Prozent gegenüber Weiß, bei Vollalu fällt der Aufpreis quasi weg, weil dort die Pulverbeschichtung ohnehin Pflicht ist.
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Inhaltsverzeichnis
Fünfzehn Jahre Anthrazit. Jede zweite Siedlung in Linz-Land. Dasselbe Schema. Anthrazitfenster, Anthrazitdach, anthrazitfarbener Carport. Irgendwann reicht das.
Wir merken das seit einer Weile am Beratungstisch. Bauherren kommen rein, gehen direkt am Anthrazit-Musterprofil vorbei und greifen zu den dunklen Sondertönen. 7031 ist dabei der häufigste Treffer. Der Ton wirkt klar, modern, ein bisschen schneidig, ohne dass es ins Technische kippt.
Hin und wieder zeigen wir den Ton aktiv her. Da kommt jemand mit einer fixen Anthrazit-Idee zur Tür, wir legen 7031 daneben, drei Minuten später ist Anthrazit vom Tisch. Passiert wirklich oft.
Offiziell ein Grauton im RAL-Klassik-System. Inoffiziell ein Schieferton mit Blaustich. Die Diskrepanz zwischen Name und Wirklichkeit ist beträchtlich.
Wer das Profil zum ersten Mal sieht, sagt fast immer dasselbe. „Aha, also Anthrazit.“ Stimmt nicht. Sobald 7031 neben einem echten Anthrazit 7016 liegt, fällt der Unterschied auf. 7031 ist kühler, klarer, leichter. Hat eine Frische, die 7016 nie hatte. 7016 zieht das Auge nach unten, in die Tiefe. 7031 hält es eher in der Mitte.
Beste Vergleichsbilder finden Sie nicht in Farbkarten. Sondern auf Schieferdächern. Bei feuchtem Schiefer am späten Nachmittag, wenn ein bisschen Sonne drauffällt, kommt fast genau dieser Ton raus. Mal mehr Grau, mal mehr Blau. Je nach Lichteinfall.
Stark. Stärker als die meisten denken.
In der Früh, weiches Ostlicht, geht der Ton fast schon ins Stahlblau. Sehr kühl, sehr klar. Mittags dreht das. Volle Sonne, der Blauanteil tritt zurück, das Grau übernimmt. Wirkt dann eher wie ein gedecktes Anthrazit. Abends, bei Westsonne tief am Horizont, kommt das Blau zurück. Manchmal mit einem ganz leisen Violettstich am Rand des Profils, das sieht man wirklich nur in der goldenen Stunde.
Und bewölkte Tage? Das ist eigentlich der schönste Look. Sehr ruhig, sehr klar, sehr architektonisch. So sehen die Rendering-Bilder von Architekten meistens aus.
Wir geben Musterprofile mit, drei bis fünf Tage, einfach mit nach Hause. Damit Sie das Stück bei sich an die Fassade halten können. Früh, Mittag, Abend. Sonne und Regen. Erst dann wissen Sie wirklich, ob 7031 mit Ihrem Putz harmoniert.
Acht von zehn 7031-Aufträgen sind Kunststoff-Alu. Klassisch. Innen weiß, robust, pflegeleicht. Außen die Aluschale, pulverbeschichtet in Blaugrau. Das System hält über Jahrzehnte, kostet nicht die Welt und passt zu den meisten Sanierungen.
Unser Standardprodukt ist WAKU W76 MD, eine sehr ausgewogene Mehrkammer-Konstruktion, die wir seit Jahren im Bestand verbauen. Wer 7031 außen will und innen kein Drama braucht, ist hier gut aufgehoben.
Die Premium-Variante. Innen echtes Holz, je nach Geschmack Lärche, Fichte oder Eiche, außen Aluminium in 7031. Klingt nach Architektenhaus? Stimmt. Das ist genau die Klientel, die hier zugreift.
Schöner Effekt. Innen warmes Holz, außen kühles Blaugrau. Die zwei Welten stoßen aneinander, ohne sich zu beißen. Funktioniert vor allem bei modernen Holzhäusern, bei sichtbaren Tragwerken, bei Sichtbeton-Konstruktionen mit Holzakzenten. Mehr Hintergrund finden Sie in unserem Beitrag zu Holz-Alu-Fenstern.
Reines Alu, innen und außen. Vor allem bei großen Fronten. Hebeschiebetüren mit drei oder vier Metern Breite. Raumhohe Festverglasungen. Wintergarten-Anschlüsse mit Pfosten-Riegel-Konstruktion. Hier ist 7031 außen und innen die typische Bestellvariante.
Bei den schlanken Aluprofilen verschwindet der Rahmen optisch fast. Das Glas übernimmt. Und genau das wirkt mit einem klaren Blaugrau besonders elegant. Anthrazit dominiert. 7031 hält sich zurück. Klarer Vorteil für die Naturtöne.
Beschichtet wird im Werk, nicht bei uns. Macht auch logistisch keinen Sinn, das selber zu probieren. Das Pulver kommt auf die saubere Aluoberfläche, dann fährt das Profil durch einen Ofen, knappe zweihundert Grad, das Pulver schmilzt, brennt fest ein, fertig. Was übrig bleibt, ist eine geschlossene Schicht, die ziemlich viel aushält.
UV. Regen. Frost. Salznebel in der Nähe von Hauptstraßen. Die Beschichtung steckt all das über Jahre weg.
Eine Sache lernt man mit der Zeit. Mitteltöne wie 7031 sind beim Altern dankbar. Sehr helle Töne neigen mit der Zeit zum Vergrauen, das Pigment verliert ein bisschen Tiefe. Sehr dunkle, Tiefschwarz oder Anthrazit, werden bei viel Sonne schon mal fleckig. UV-Belastung. Bei 7031, im Mittelgrau-Bereich mit Blau, passiert beides praktisch nicht.
Wir haben Projekte aus dem Jahr 2003 oder 2004 im Bestand, die nach über zwanzig Jahren noch genau so aussehen wie damals. Voraussetzung ist österreichisches oder deutsches Qualitätspulver. Bei Billig-Pulver aus Drittländern ist nach acht Jahren die Farbtiefe weg, das Blau wird dann zum müden Schmutzgrau. Schauen Sie sich also an, welcher Hersteller die Beschichtung macht. Wir verbauen ausschließlich Markenware, weil wir uns das Theater von Reklamationen nach zehn Jahren ersparen wollen.
7031 ist anspruchsvoll. Das muss man wissen.
Sichtbeton ist die Königsklasse. Beide Töne arbeiten in dieselbe Richtung, kühl, klar, modern. Wir hatten in den letzten zwei Jahren mehrere Architektenhäuser im Linzer Raum mit genau dieser Kombination, das Ergebnis war jedes Mal sehr ruhig und stimmig. Sichtbeton plus Blaugrau plus schmale Aluprofile, das ist quasi die Lehrbuch-Lösung.
Helle Putzfassaden funktionieren auch sehr gut. Weiß, Crème, Sandstein. Die Fenster setzen einen modernen Akzent, ohne dass es so hart wirkt wie Anthrazit auf Weiß. Eine ruhige, klare Wirkung. Diese Variante ist bei sanierten Häusern oft die spannendste.
Stehfalzdach in Schiefergrau? Top. Da nehmen sich Dach und Fenster gegenseitig auf, ohne identisch zu sein. Ton-in-Ton-Wirkung ohne Langeweile. Schwierig wird es bei warmen Holzfassaden. Lärche, Eiche, Zedernholz mit deutlichem Rotanteil. Der kühle Blaustich von 7031 will einfach nicht mit der Holzwärme zusammenfinden. Das beißt sich, sieht unstimmig aus, und ich rate dann ehrlich gesagt zu RAL 7008 Khakigrau oder zu RAL 7033 Zementgrau, beide nehmen warmes Holz viel besser auf.
Eine letzte Sache zum Innenraum. Wer Kunststoff-Alu wählt, hat innen Weiß, das ist neutral und unproblematisch. Wer 7031 durchgehend will, also auch innen, sollte sich bewusst sein, dass der Ton in dunklen Räumen ziemlich schluckend wirken kann. In hellen Räumen mit großen Fensterflächen funktioniert es dagegen sehr elegant.
Eimer warmes Wasser, ein Schuss mildes Spülmittel, ein weiches Tuch. Mehr brauchen Sie nicht. Ein- bis zweimal pro Jahr drüberwischen, am besten gleich beim Fensterputzen mitmachen.
Scheuermittel? Nein. Microfasertücher mit aggressiver Struktur? Auch nicht. Beides macht die Beschichtung über Jahre stumpf.
Was viele vergessen, sind Dichtung und Beschlag. Dichtung einmal im Jahr mit Silikon-Pflegestift wischen, dann bleibt sie geschmeidig. Beim Beschlag genügt ein Tropfen Pflegeöl an den beweglichen Stellen, sonst läuft der Griff nach fünf oder sechs Jahren plötzlich schwer und Sie wundern sich, warum.
Bei der Beschichtung selber haben wir wie gesagt Projekte aus den frühen 2000ern, die nach über zwanzig Jahren noch farbecht aussehen. Funktioniert aber nur, wenn das Pulver gepasst hat. Das gilt für alle Sonderfarben gleichermaßen.
7031 ist Standard im RAL-System, kein Sonderton. Kein Aufpreis dafür, dass die Farbe seltener gefragt ist.
Beim Kunststoff-Alu schlägt der Aufpreis gegenüber Weiß mit rund fünfunddreißig bis fünfundvierzig Prozent zu Buche. Klingt viel. Erklärt sich aber, weil zwei Sachen dazukommen, die Aluschale und die Pulverbeschichtung. Beim weißen Standardfenster zahlen Sie nur den Kunststoffrahmen. Bei einem reinen Aluminiumfenster, wo die Beschichtung ohnehin Pflicht ist, fällt der Aufpreis quasi weg. Da wechselt nur die Farbnummer von 9016 auf 7031, mehr nicht.
Holz-Alu bleibt die teuerste Variante. Nicht wegen der Farbe, sondern wegen des Materials, das ist bei allen RAL-Tönen so.
Standardfenster inklusive Montage liegt bei uns zwischen 650 und 1.200 €. Je nach Größe, Material, Ausstattung. Wer 7031 will, kalkuliert in dieser Spanne mit dem Aufpreis für die beschichtete Aluschale, also nochmal ein paar Hundert € pro Fenster. Genauere Zahlen liefert unser Fenster-Preisrechner oder eine persönliche Beratung im Schauraum. Tiefer in die Preisstruktur gehen wir im Beitrag Fenster austauschen Kosten.
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Manchmal ist 7031 dem Bauherren dann doch zu kühl. Oder zu blau. Oder eben zu eigen. In dem Fall gibt es ein paar Nachbarn, die thematisch ähnlich liegen, aber andere Nuancen haben.
Eine Stufe Richtung Standard wäre RAL 7016 Anthrazitgrau, klassisch und ohne Blaustich. Sehr verbreitet, ja. Dafür unverkennbar Mainstream.
Wer es dunkler will, kommt schnell bei RAL 7012 Basaltgrau raus. Fast Schwarz. Minimaler Blauanteil. Sehr markant, ziemlich maskulin, passt in reduzierte Architekturen mit klarer Linienführung.
In die andere Richtung, also ruhiger und ohne Blau, geht RAL 7037 Staubgrau. Mittleres Grau mit leicht warmem Touch. Gute Wahl, wenn 7031 dem Bauherren zu kühl wirkt.
Und noch eine dunklere Variante mit deutlichem Blau ist RAL 7024 Graphitgrau. Wirkt fast wie ein dunkleres 7031 mit etwas mehr Substanz.
Wer Richtung Wärme schwenken möchte, lohnt sich ein Blick auf RAL 7033 Zementgrau oder RAL 7008 Khakigrau. Beide nehmen Holzfassaden besser auf als 7031.
Extra-Tipp
Bestellen Sie Beschattung und Fenster gleichzeitig
Wer 7031 als Fensterfarbe wählt, sollte Rollläden, Raffstores oder Zip-Screens unbedingt im gleichen Ton bestellen. Klingt selbstverständlich. Ist aber in der Praxis oft das Drama. Wir hatten letzten Sommer ein Projekt, wo zwischen der Bestellung der Fenster und der Beschattung ein halbes Jahr lag. Andere Pulver-Charge, andere Lichtsituation, leichter Farbversatz. Im Gesamtbild sah es nach Pfusch aus, obwohl beide Töne offiziell „RAL 7031″ hießen. Bestellen Sie also möglichst zeitnah, idealerweise sogar beim selben Lieferanten, dann passt die Charge. Sieht man im Detail, aber Sie wissen ja, der Teufel sitzt halt dort.
… Sie haben eine Frage zum Thema? Senden Sie uns einfach eine E-Mail und wir werden Ihnen dann umgehend unsere Antwort mitteilen!
Sie überlegen, ob 7031 Blaugrau für Ihr Projekt passt? Am ehrlichsten klärt sich das mit einem echten Musterprofil in der Hand, bei Tageslicht draußen, idealerweise neben der eigenen Fassade. Schauen Sie in Gramastetten vorbei, in unserem Schauraum liegen alle wichtigen Grautöne zum direkten Vergleich. Florian Schmidinger oder Josef Lanzerstorfer beraten Sie persönlich, ehrlich, und manchmal auch gegen die ursprünglich geplante Farbe, wenn wir sehen, dass sie nicht zur Fassade passt.
Telefonisch erreichen Sie uns unter +43 7239 7031 oder per E-Mail an office@fensterschmidinger.at. Termine lassen sich auch bequem über unsere Online-Terminbuchung reservieren.
Unser Tätigkeitsgebiet umfasst ganz Oberösterreich plus angrenzende Bezirke in Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark. Bei einer Fahrtzeit über 1,5 Stunden ab Gramastetten prüfen wir Ihre Anfrage individuell per E-Mail.
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