Letzten Monat sitzt eine Kundin aus Engerwitzdorf bei uns im Schauraum, frisch saniertes Haus, alles eigentlich schon entschieden. Anthrazit am Fenster, fertig. Nur die Frau zögert noch. Sie greift hinten am Tisch ein Musterprofil heraus, das ihr Mann gar nicht beachtet hatte. Das da, sagt sie. RAL 7008. Und am Ende ist es genau dieser Ton geworden, nicht das fünfzehnte Anthrazit ihrer Straße.
So läuft das bei uns mittlerweile öfter, als man meinen würde. Khakigrau, also so ein warmer Erdton mit Olivstich, taucht plötzlich auf dem Tisch auf, wenn jemand sich nicht entscheiden kann, und bleibt dann meist auch dort liegen. Wir liefern den Ton pulverbeschichtet auf Aluminium, egal ob beim Kunststoff-Alu-Fenster, beim Holz-Alu oder beim Vollalu, das hängt halt davon ab, wie Sie’s innen haben wollen.
✎ Das Wichtigste zu RAL 7008
Khakigrau ist ein warmer Olivgrauton, irgendwo zwischen gegerbtem Leder, Schlamm und gedecktem Salbei. Klingt nach Bundesheer, schaut aber am Fenster ganz anders aus, viel ruhiger und auch heller.
Drei Materialvarianten sind möglich. Innen weißer Kunststoff plus außen Aluschale in 7008, oder echtes Holz innen mit Alu außen, oder Vollalu beidseitig. Die Aluschale kommt immer pulverbeschichtet, im Werk eingebrannt bei rund zweihundert Grad.
Beim Aufpreis liegt 7008 im normalen RAL-Standard, also kein Sondertonzuschlag. Was kostet, ist die Aluschale beim Kunststoff-Alu, bei Vollalufenstern ist Khakigrau preislich quasi gleich wie Weiß.
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Anthrazit, das war vor zehn Jahren der mutige Schritt. Heute ist es der Standard, manchmal auch der Default ohne nachzudenken. Sie fahren durch eine x-beliebige neue Siedlung in Linz-Land oder im Mühlviertel, dort steht reihenweise das gleiche Haus. RAL 7016 am Fenster, am Carport sowieso, beim Stehfalzdach auch. Irgendwann ist halt der Reiz weg.
Es gibt mittlerweile eine kleine, aber stetig wachsende Gruppe von Bauherren, die das eben satthat. Die haben oft schon die naheliegenden Sachen durchgespielt. Weiß zu langweilig, Anthrazit zu Mainstream, Schwarz zu hart. Und dann tauchen die Erdtöne auf, allen voran 7008.
Wir legen den Ton bei uns inzwischen bewusst direkt neben das Standard-Anthrazit auf den Beratungstisch. Der Effekt ist erstaunlich oft der gleiche. Erstmal Skepsis, dann ein Stutzen, dann das berühmte „Wie heißt der nochmal?“. Drei Monate später hängt das Fenster an der Fassade und niemand denkt mehr an Anthrazit.
Khaki kommt aus dem Persischen, heißt soviel wie Staub oder erdgefärbt, der Begriff ist also schon ein paar hundert Jahre alt. Im RAL-System läuft 7008 unter den Grautönen, in der Klassik halt, aber der Olivstich macht den Ton zu was Eigenem, eher Olivgrau als Grau.
Erste Reaktion bei vielen, die das Musterprofil sehen, ist Bundesheer. Verständlich, klingt halt so. Am Fenster wirkt der Ton aber heller und warmer, als man am Namen vermuten würde. Mit Tarnoliv hat das nichts mehr zu tun.
Wo wir den Ton einordnen würden? Irgendwo zwischen gegerbtem Leder, Schlamm und einem weichen Olivgrün. Eine Spur heller als RAL 7022 Umbragrau, deutlich gelblicher als RAL 7016 Anthrazit, und nicht so braun wie 8019 Graubraun. Wer das nebeneinander hält, sieht den Unterschied sofort.
Das ist der Punkt, wo viele überrascht sind. Wir haben in Bad Leonfelden ein Projekt aus dem letzten Frühjahr, ein saniertes Bauernhaus, da sehen die Fenster in der Früh fast schon grünlich aus. Mittags, bei voller Sonne, dreht das Khaki ins Warme, das Olive kommt deutlicher raus. Und am Abend, bei tief stehender Sonne, kippt der Ton sogar ein bisschen ins Bräunliche. Drei Tageszeiten, drei verschiedene Eindrücke. Die Bauherrin hat uns ein halbes Jahr nach der Montage geschrieben, sie habe noch immer eine Lieblingstageszeit für ihre Fassade.
Wer also nur ein Musterstück bei Kunstlicht im Schauraum begutachtet, verpasst die halbe Information. Wir geben Musterprofile für ein paar Tage gerne mit, dann können Sie das Stück bei sich daheim an die Fassade halten. Früh, mittags, abends. Das erspart später jede Menge Bauchweh.
Wenn wir 7008 verbauen, dann meistens auf einem Kunststoff-Alu-Fenster. Acht von zehn Sanierungen laufen bei uns in diese Richtung, einfach weil das System für den Wohnhaus-Bestand gut passt. Innen bleibt der gewohnte weiße Kunststoff, pflegeleicht und robust, außen kommt die Aluschale drauf, pulverbeschichtet in Khakigrau.
WAKU W76 MD ist hier unser Standardprodukt, das verbauen wir seit Jahren am häufigsten. Wer Khakigrau außen will und sich innen nicht großartig vom gewohnten Weiß verabschieden möchte, fährt mit dieser Kombination am unkompliziertesten.
Wenn innen Holz zu sehen sein soll, kommen Holz-Alu-Fenster ins Spiel. Innen Lärche, Fichte oder Eiche, je nach Geschmack, außen Aluminium in 7008. Bei modernen Holzhäusern macht diese Kombination klanglich Sinn, weil sich der warme Holzton von innen und das erdige Khaki von außen wirklich gut ergänzen.
Letztes Jahr im Mai haben wir ein Architektenhaus in Hellmonsödt damit ausgestattet, Lärche innen, Khakigrau außen, der Bauherr war Architekt selbst und hat uns Wochen vorher mit Pantone-Mustern gequält. Am Ende war’s dann doch genau dieses 7008. Mehr Hintergründe zu Holz-Alu finden Sie in unserem Beitrag zu Holz-Alu-Fenstern.
Vollalu bauen wir vor allem bei großen Fronten ein. Hebeschiebetüren mit drei Metern Breite, raumhohe Festverglasungen, Pfosten-Riegel-Konstruktionen für Wintergarten-Anschlüsse. Hier ist Khakigrau außen und innen die typische Bestellvariante.
Die schlanken Profile lassen viel Glas zu. Bei Naturtönen wirkt das oft schöner als bei einer dominanten Anthrazit-Linie. Ein schmaler Khaki-Rahmen lässt das Glas atmen, ein wuchtiger schwarzer Block schluckt es eher.

Moderne mehrgeschossige Klinkerfassade in warmen Sandtönen mit großen Fenstern in RAL 7008 Khakigrau.
Die Aluschale wird im Werk beim Lieferanten pulverbeschichtet, nicht bei uns in Gramastetten, das wäre Wahnsinn vom Aufwand her. Das Prinzip ist simpel. Farbpulver wird auf die saubere Aluoberfläche aufgetragen, dann fährt das Profil durch einen Ofen bei rund zweihundert Grad, das Pulver schmilzt und brennt fest ein. Was rauskommt, ist eine geschlossene Schicht.
UV-Strahlung, Regen, Frost, sogar Salzbelastung, das alles steckt die Beschichtung über viele Jahre weg. Ohne dass die Farbe verblasst oder fleckig wird.
Erdtöne wie 7008 sind hier besonders gutmütig. Helle Töne neigen mit der Zeit zum Vergrauen, sehr dunkle wie Tiefschwarz oder Anthrazit werden bei starker Sonne gerne fleckig, weil die UV-Belastung das Pigment früher angreift. Mitteltöne wie Khakigrau sitzen angenehm dazwischen. Wir haben Projekte aus den frühen 2000er-Jahren, die nach über zwanzig Jahren noch genauso aussehen wie damals. Voraussetzung ist halt, dass die Pulverqualität von Anfang an gepasst hat.
Khakigrau ist ein dankbares Werkzeug, weil es zu erstaunlich vielen Fassadenstilen funktioniert. Manchmal so gut, dass es uns selber überrascht.
Lärchenholz dazu, sowieso. Das hatten wir schon erwähnt. Sichtbeton funktioniert auch gut, das gibt einen modernen Look, der aber nicht kalt wirkt. Wir hatten letztes Jahr ein Architektenhaus in Linz-Urfahr mit Sichtbetonfassade, Eichenholz-Eingang und Khakigrau am Fenster, da war die Aussage des Bauherrn nachher kurz und bündig: „Genau so wollte ich’s.“ Bei hellen Putzfassaden in Creme oder Sandsteinton setzen die Khaki-Rahmen einen ruhigen Akzent, ohne dass die Fenster die Fassade dominieren würden.
Schwierig wird’s beim Rot. Frische Ziegel, Originalkupfer, kräftige Klinker, das beißt sich oft mit Khaki. Wer ein Ziegelhaus hat, sollte sich 7008 wirklich vor Ort an der Fassade anschauen, bevor er entscheidet. Bei oxidiertem Kupfer mit grüner Patina oder Cortenstahl in gealtertem Zustand wird’s dagegen wieder spannend, weil dort zwei Erdtöne aufeinandertreffen und sich gegenseitig stützen.
Eine Sache noch zum Innenraum. Khakigrau wirkt von innen oft dunkler, als man am Außenmuster vermutet. Das Auge nimmt das Olivgrau bei Tageslicht stärker wahr als reines Grau. Wer also einen weißen Innenrahmen will, sollte zu Kunststoff-Alu greifen. Wer durchgehend Khaki haben will, auch von innen, nimmt Vollalu oder Holz-Alu mit dunkler lasierter Innenseite.

Kubisches Wohngebäude mit warmer Holzfassade und Khakigrau-Fensterrahmen. Die erdigen Töne von Holz, Beton und Khaki ergänzen sich stimmig. Das Bild zeigt, wie RAL 7008 mit Naturmaterialien harmonisch wirkt.
Eimer mit lauwarmem Wasser, ein Spritzer mildes Spülmittel, ein weiches Tuch. Mehr braucht es nicht. Ein- bis zweimal pro Jahr drüberwischen reicht völlig, am besten gleich beim Fensterputzen mitmachen.
Scheuermittel und Microfasertücher mit aggressiver Struktur, die lassen Sie bitte weg. Die machen die Pulverbeschichtung mit der Zeit stumpf.
Was viele Hausbesitzer vergessen, sind die Dichtungen und Beschläge. Die Dichtung einmal pro Jahr mit einem Silikon-Pflegestift wischen, dann bleibt sie geschmeidig und trocknet nicht aus. Beim Beschlag genügt ein Tropfen Pflegeöl an die beweglichen Teile, sonst läuft der Griff nach fünf oder sechs Jahren plötzlich schwerer und Sie wundern sich.
Bei der Beschichtung selber, da gibt’s bei uns Projekte aus 2002 oder 2003, die heute noch farbecht ausschauen. Funktioniert aber nur mit Qualitätspulver aus österreichischem oder deutschem Werk. Billig-Pulver aus Drittländern verliert nach acht bis zehn Jahren die Farbtiefe, dann wird aus dem warmen Khaki ein müder Schlammton, der niemandem mehr gefällt. Deshalb verbauen wir das auch gar nicht.
7008 ist ein RAL-Standardton, kein Sonderton. Also kein Aufpreis dafür, dass die Farbnummer eher selten gefragt ist.
Was kostet, ist die Aluschale beim Kunststoff-Alu. Plus die Pulverbeschichtung. Beides zusammen schlägt mit ungefähr fünfunddreißig bis fünfundvierzig Prozent gegenüber der weißen Standard-Variante zu Buche.
Bei einem reinen Aluminiumfenster ist Khakigrau preislich quasi gleich wie Weiß. Die Pulverbeschichtung ist dort ohnehin Pflicht, nur die Farbnummer wechselt von 9016 auf 7008, mehr nicht.
Holz-Alu bleibt die teuerste Variante, das ist beim 7008 nicht anders als bei jeder anderen RAL-Farbe. Dafür kombinieren Sie hier echtes Holz innen mit wetterfestem Aluminium außen. Das zahlt sich nicht nur optisch aus, sondern auch beim Wiederverkaufswert der Immobilie, weil Holz-Alu in der Bewertung von Sachverständigen ganz anders eingestuft wird als reine Kunststofffenster.
Ein Standardfenster inklusive Montage liegt bei uns zwischen 650 und 1.200 €. Je nach Größe, Material und Ausstattung. Wer 7008 will, kalkuliert in dieser Spanne mit dem Aufpreis für die beschichtete Aluschale, also nochmal ein paar Hundert € pro Fenster. Genauere Zahlen liefert unser Fenster-Preisrechner oder ein persönliches Beratungsgespräch im Schauraum. Tiefer in die Preisstruktur gehen wir im Beitrag Fenster austauschen Kosten.
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Vielleicht steht 7008 noch zur Diskussion, vielleicht aber auch eine ganze Reihe verwandter Töne. Falls Sie sich gerade in der Naturton-Schiene umschauen, sind das hier die nächsten Nachbarn.
RAL 7022 Umbragrau, eine Spur dunkler als 7008, mehr Bauernhaus, weniger Architektenhaus. Funktioniert gut bei Renovierungen alter Bauernhöfe.
RAL 6022 Braunoliv, geht stärker ins Grün. Passt besonders zu Häusern im Wald oder am Waldrand, also überall dort, wo die Fassade in die Landschaft eingebettet werden soll.
RAL 8019 Graubraun. Die wärmste Option der Gruppe, fast schon ein dunkles Leder.
Wer eher zu hellen Erdtönen tendiert, soll sich auch RAL 1002 Sandgelb oder RAL 7033 Zementgrau anschauen, beides RAL-Töne, die wir öfter verbauen.
Wer zwischen mehreren Varianten schwankt, dem geben wir drei oder vier Musterprofile gerne mit. Dann können Sie zu Hause in Ruhe abwägen, welcher Ton zur Fassade, zum Dach und zur Umgebung passt.
Extra-Tipp
Schauen Sie, was in der Nachbarschaft schon steht
Bevor Sie sich auf eine Farbe festlegen, lohnt ein kurzer Spaziergang durch die eigene Straße. Wir hatten im letzten Sommer ein Projekt in Reichenau im Mühlkreis, der Bauherr wollte unbedingt 7008, am Ende war er dankbar, dass wir ihn ein bisschen gebremst haben. Der Grund war einfach. Die zwei direkten Nachbarhäuser waren kurz vorher auch in Erdtönen saniert worden, ähnlich seinem Plan. Hätten wir 7008 gewählt, wäre die ganze Straße in der gleichen Khaki-Lärchen-Kombination dagestanden, sein Akzent wäre untergegangen. Wir haben dann RAL 7022 Umbragrau genommen, eine Spur dunkler, der Ton wirkt jetzt eigenständig und hebt sich angenehm ab, ohne aus der Reihe zu tanzen.
Sie überlegen, ob 7008 für Ihr Projekt passt? Am ehrlichsten klärt sich das mit einem echten Musterprofil in der Hand, bei Tageslicht draußen, idealerweise neben der eigenen Fassade. Schauen Sie einfach mal in Gramastetten vorbei, in unserem Schauraum liegen verschiedene Erdton-Profile zum direkten Vergleich. Florian Schmidinger oder Josef Lanzerstorfer beraten Sie persönlich und ehrlich, auch wenn die Empfehlung am Ende einmal gegen die ursprünglich gewünschte Farbe spricht.
Telefonisch erreichen Sie uns unter +43 7239 7031 oder per E-Mail an office@fensterschmidinger.at. Termine lassen sich auch bequem über unsere Online-Terminbuchung reservieren.
Unser Tätigkeitsgebiet umfasst ganz Oberösterreich plus die angrenzenden Bezirke von Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark. Bei einer Fahrtzeit über 1,5 Stunden ab Gramastetten prüfen wir Ihre Anfrage individuell per E-Mail.
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